Die Premiere 2019 von „Spectacle et Cirque“ war ein Riesenerfolg. Nach drei Jahren gibt es nun vom 7. bis 10. Juli eine Fortsetzung des Poesie- und Straßentheaterfestivals im Celler Schlosspark. CZ-Mitarbeiterin Doris Hennies sprach mit dem Initiator des vergnüglichen Spektakels, Andreas Heinecke, über Idee und Konzept dieses Projekts:
Wie kam es zu der Idee und warum machen Sie das?
Die Idee entstand schon vor über 15 Jahren auf einem Festival in Frankreich. Ich dachte, so etwas Ähnliches im kleineren Format würde auch in Celle passen. Ich veranstalte seit über 30 Jahren Konzerte und andere Kleinkunstformate − vor allem in meinem Geschäft „Gajah“. Mein Ziel ist es, Kultur umsonst − also für alle, unabhängig vom Einkommen, zugänglich − und draußen im öffentlichen Raum anzubieten, und das auf hohem Niveau. Mein Antrieb ist die eigene Freude an dieser Art Straßenkultur. Auch der Aspekt der Nutzung unseres städtischen Raumes ist mir wichtig, ermöglicht es doch, unsere Umgebung in besonderer Weise einmal anders zu erfahren.
Wie waren die Erfahrungen aus dem ersten Festival in Celle?
Das erste „Spectacle et Cirque“ war ein großer Erfolg, an dem ich gerne 2020 direkt angeknüpft hätte. Corona hat zwei Jahre lang den Festivalplänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Immerhin fanden mit dem Boardwalk-Theater und dem Kabarett Kalashnikov unter dem Label Spectacle et Cirque trotzdem sehr erfolgreiche Veranstaltungen statt. Ich freue mich, dass es in diesem Jahr mit dem Festival in bewährter Form klappt. Neu ist das betonte Kinder- und Familienprogramm am Sonntag.
Nach welchen Kriterien suchen Sie die Acts aus?
Man muss ganz hinter dem Angebot stehe, deshalb ist das wichtigste bei der Auswahl des Programms: Es muss mir gefallen. Und alles muss ein rundes Bild ergeben – ein gelungener Mix eben von laut bis leise, poetisch bis schrill - alles dabei. Dieses Jahr wird alles ein bisschen aufwendiger, ohne Hilfe im Hintergrund geht das das nicht. Deshalb gebührt mein besonderer Dank Dawn Doneck und Andreas Röper – ohne sie hätte es nicht funktioniert. Es gibt aber noch viele Menschen mehr, die mich unterstützen und unterstützt haben.
Wie funktioniert das Ganze Drum und Dran?
Ermöglicht wird das Festival durch Sponsoren - besonders hervorzuheben Veolia, die Sparkasse C-G-W, die Stadtwerke, Cebus und die Stadt Celle. Dazu kommen etliche kleine Sponsoren die helfen das Festival auf finanzielle Beine zu stellen. Zur Deckung der verbleibenden Kosten bin ich auf die Einnahmen durch die Gastronomie angewiesen. Bei der Ausstattung des Festival greife ich größtenteils auf mein eigenes Equipment zurück.
Bis Sonntag, 10. Juli, verwandelt sich der Celler Schlosspark in eine Bühne für Straßentheater und Kleinkunst. Denn hier gastiert zum zweiten Mal nach 2019 das Festival „Spectacle et Cirque“. Alles unter dem Motto „umsonst und draußen“. Zu sehen gibt es am Samstag, 9. Juli, den charmanten Wanderzirkus Sileas „Carousel“, Komödiant und Jongleur Christoph Engels und Cabaret-Singer-Songwriterin Laura Dilettante. Zum krönenden Abschluss am Sonntagabend um 19 Uhr kann das Publikum erneut das Ensemble „Têtes de Mules“ erleben, das schon bei der Premiere 2019 für Furore sorgte. Dieses Mal präsentiert es zusammen mit Buffpapier das „Apocalypso“-Theater. Das ganze Programm unter www.spectacle-et-cirque.de
Am Sonntag war bei der Show des Celler Kinder- und Jugendzirkus „Knalltüte“ viel los. | Foto: Fremdfotos/eingesandt
Das Publikumsinteresse steht und fällt mit dem Wetter. Diese Erfahrung mussten am Wochenende auch die Beteiligten des Straßentheater-Festivals „Spectacle et Cirque“ im Celler Schlosspark machen, das von Donnerstag bis Sonntag lief. Mit den Temperaturen stieg auch die Zahl der Zuschauer. Während am Freitag und Samstag sogar Aufführungen abgebrochen werden mussten, „war es am Sonntag proppevoll“, sagt Veranstalter Andreas Heinecke nach dem Wochenende.
„Wenn es draußen kalt ist und regnet, kommt keine Atmosphäre auf. Gerade bei einem Festival, das über vier Tage läuft, warten die Leute einfach, bis das Wetter passt. Am Sonntag glühte unser Waffeleisen von morgens bis abends.“ Daher fällt das Fazit von Heinecke, der das Geschäft „Gajah“ an der Schuhstraße betreibt, auch positiv aus: „Das Festival ist sensationell gelaufen. Alle Künstler fanden es super und wollen auf jeden Fall wiederkommen.“
Pirat Anker Andy habe hunderte Kinder bespaßt, die Samstag- und Sonntagabendunterhaltungs-Kompagnie von Buffpapier und „Têtes de Mules“ hätten viele T-Shirts verkauft. „Die Leute kaufen kein T-Shirt, wenn es ihnen nicht wirklich gefallen hätte“, meint Heinecke. „Têtes de Mules“ hatten sich bereits bei der Premiere von „Spectacle et Cirque“ 2019 einen Namen beim Celler Publikum gemacht. „Diesmal sind sie mit einer ganz anderen Show aufgetreten“, so Heinecke. „Wenn man sie einlädt, weiß man als Veranstalter immer, dass die meisten begeistert sind, es aber ein paar Leuten gar nicht gefällt. Einfach weil ihr Programm so extrem ist.“
Einer Fortsetzung steht also nichts im Wege. Vom 12. bis 14. August schlägt der Schweizer Zirkus „FahrAwaY“ sein Zelt auf dem Außengelände des Celler Badelandes auf, um drei Abendvorstellungen zu geben. Das Ensemble wurde 2019 vom Kanton Basel-Landschaft als „Zirkus mit unverwechselbarem Charme“ ausgezeichnet. Los geht die 75-minütige Show am Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr, am Sonntag um 18 Uhr. Im Vorverkauf kosten die Tickets 19 Euro, an der Abendkasse 24 Euro.